mate-blog.de Yerba Mate in Öffentlichkeit und Wissenschaft

30Dez/122

Mate-Tee Zubereitung

Mate fertig zubereitet

Ich habe bisher auf eine Anleitung wie man Yerba Mate Tee auf traditionelle Weise zubereitet, also wie er in Lateinamerika getrunken wird, verzichtet, weil ich dachte, man könne genügend gute Anleitungen einfach im Internet finden.
Aber das stimmt nicht einmal, eine schöne Anleitung auf deutscher Sprache mit Bildern konnte ich auf die Schnelle nicht finden.
Also habe ich gestern ein paar Fotos geschossen während ich meinen Mate zubereitet habe.

Es gibt verschiedene Arten Mate zuzubereiten, daher gibt es nicht "die richtige" Methode. Zum Beispiel trennt der Rio de la Plata den Großraum Buenos Aires um gerade mal 50 km von Uruguay, aber es gibt große Unterschiede in den Zubereitungsweisen!
Ich habe mehrere Monate in der Provinz Buenos Aires gelebt, eine Stunde östlich der Hauptstadt, und beschreibe hier die Zubereitungsweise, wie ich sie in dieser Region kennengelernt habe. Das Grundprinzip dürfte aber in allen Regionen dasselbe sein.

Ihr braucht

- Den Mate - Das Gefäß für die Yerba aus dem getrunken wird mit Bombilla - dem "Strohhalm"
- Die Yerba - der "Mate Tee"
- etwas lauwarmes Wasser
- heißes Wasser (70-80°C)

Benötigte Zutaten für Mate Tee auf traditionelle Art

Benötigte Zutaten für Mate Tee auf traditionelle Art

 

1.) Befüllen: Als erstes füllt ihr die Yerba in den Mate. Aber nicht voll, sondern zu 2/3 bis 3/4. Der Platz wird noch für die Bombilla und zum Eingießen von Wasser benötigt. Außerdem quillt der Mate noch auf!

Schütteln der Yerba

Schütteln der Yerba

2.) Schütteln: Der befüllte Mate wird mit der Hand abgedeckt und ein paar Mal über Kopf geschüttelt. So gelangen die besonders feinen Bestandteile der Yerba (polvo) nach unten - sind als verstärkt oben, wenn man den Mate wieder richtig rum dreht. Ich kenne aber einige Argentinier die diesen Schritt nicht machen.
Die Yerba soll am Schluss nicht flach im Mate liegen sondern wird zu einem Mate "Hügel" geschüttelt.

 

 

 

3.) Quellen: Als nächstes wird etwas lauwarmes Wasser an den "Fuß" des Matehügels gegeben, damit die Yerba quellen kann. Man braucht etwas Erfahrung um zu wissen wie viel Wasser man benötigt. Es sollte zwar ausreichend Wasser sein um den unteren Teil des Hügels zu befeuchten, darf aber auch nicht zu viel sein, da sonst unten lauwarmes Wasser bleibt, das nicht aufgesogen werden kann.
Bevor es weitergeht sollte die Yerba nun mindestens 5 Minuten quellen, besser noch länger. Es gibt verschiedene Gründe für diesen Schritt. Viele sagen, es ist wichtig für den Geschmack und eine gleichmäßigere Abgabe der löslichen Bestandteile. Stimmt, aber noch wichtiger ist das Quellen damit die Bombilla nicht verstopft oder Pulver durch die Bombilla gesaugt wird. Nicht ausreichendes Quellen der Yerba ist der häufigste Grund für verstopfte Bombillas!

Zum Hügel aufgeschüttete Yerba Mate

Zum Hügel aufgeschüttete Yerba Mate

Quellen der Yerba mit lauwarmem Wasser

Quellen der Yerba mit lauwarmem Wasser

 

 

 

 

 

 

 

4.) Einstechen der Bombilla: Die Bombilla wird nun in das gequollene, untere Ende des Hügels "eingestochen". Die Argentinier haben dafür ein eigenes Wort - "ensillar". In Uruguay und Brasilien, wo man hauptsächlich feine Yerba mit wenig Stängeln („palos“) verwendet, wird der Matehügel oft danach noch durch zurechtschieben mit der Bombilla noch weiter aufgetürmt. In Argentinien wird das wegen den üblicherweise kleineren Mates und der anderen Yerba normalerweise nicht gemacht.

cebar - Aufgiessen des Mate

cebar - Aufgiessen des Mate

5.) Aufgießen: Auch hierfür haben die Argentinier wieder ein extra Wort („cebar“). In die Vertiefung die sich beim einstechen der Bombilla bildet ("pozo" - der Brunnen), wird nun das 70-80°C heiße Wasser gegossen.
Wichtig: nicht bis oben hin gießen, sondern am Anfang einen Teil des Matehügels trocken lassen! Diese trockene Yerba nimmt man dann bei späteren Aufgüssen mit dazu, um den Geschmack möglichst konstant zu halten.
Der erste Aufguss enthält sehr viele Bitterstoffe und hat durch das Quellen lassen eine zu niedrige Temperatur. Daher trinkt immer der Gastgeber den ersten Aufguss, oft auch den 2. oder gar 3. bis Temperatur und Geschmack stimmen. Danach wird der Mate den Gästen gereicht und vom Gastgeber immer wieder aufgegossen, bis der Geschmack zu stark nachgelassen hat (der Mate ist "lavado" - "ausgewaschen").

Mate fertig zubereitet

Mate fertig zubereitet.

Kommentare (2) Trackbacks (1)
  1. Schöne Beschreibung, die vieles von dem erklärt, was ich sonst nur ohne Erklärung gelesen habe und darum auch nie richtig umsetzen konnte (habe seit vier Tagen ein Mate-Set und bin grade am Verfeinern der Technik). Danke! :-)

  2. Muchas gracias! Vielen Dank für diese detaillierte, gute Beschreibung. Das hat mir wirklich weitergeholfen :) Keine verstopfte Bombilla mehr, und keine Wasserseen, die nicht einsickern. Saludos!


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