mate-blog.de Yerba Mate in Öffentlichkeit und Wissenschaft

6Mai/110

5. Congreso Sudamericano de la Yerba Mate in Posadas

Kaffeepausen sucht man vergebens, stattdessen gibt es hier Matepausen:
Zurzeit findet der 5. Yerba-Mate-Kongress statt. Für zwei Tage treffen sich in Posadas, Misiones internationale Experten und präsentieren ihre neuesten Forschungsergebnisse rund um Yerba Mate. Zum ersten Mal ist diesmal auch das Thema "Gesundheit" einer der thematischen Schwerpunkte der Konferenz.

Die Vorträge zum Themenblock 'Mate und Gesundheit' gehen zum Beispiel auf die antioxidativ wirksamen Bestandteile und eine hungerunterdrückende Wirkung ein. Zwei Eigenschaften die dem Mate gerne zugeschrieben werden und unter anderem in der Fitness-Branche auch sehr stark beworben werden. Dabei ist vor allem Zweiteres, das verminderte Hungergefühl, im Fall von Yerba Mate wissenschaftlich bei weitem nicht ausreichend untersucht. In diesem Gebiet bewegt sich die Arbeit von Susana Gorzalczany von der Universidad de Buenos Aires. Sie untersucht Veränderungen an Stoffwechselparametern von hochkalorisch gehaltenen Tieren bei Verwendung eines Yerba Mate-Extraktes.

Ebenfalls stark vertreten sind Untersuchungen zur Beeinflussung diverser Merkmale wie Sensorik oder Verteilung bioaktiver Substanzen durch traditionelle und moderne Verabreitungsmethoden. Besonders Interessant finde ich eine alternative Methode des "Zapecado", des ersten Verarbeitungsschritt von geernteten Blättern. Traditionell werden die Blätter bei hohen Temperaturen über offenem Feuer getrocknet, wodurch die Enzyme inaktiviert werden. Dieser wichtige Schritt stellt vermutlich die Quelle für die im fertigen Produkt zu hohen Anteilen gefundenen kanzerogenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) dar. M.E. Barrionuevo von der Universidad Nacional de Misiones beschäftigt sich mit der Enzyminaktivierung durch Wasserdampf und heißem Wasser, was erheblich dabei helfen könnte die PAK-Gehalte in Mateprodukten zu reduzieren.

Da der Konsum von Mate-Tee sich noch immer weitestgehend auf das südliche Lateinamerika beschränkt, ist es nicht verwunderlich dass die Forschungsarbeiten zum allergrößten Teil aus Brasilien, Argentinien und Uruguay kommen. Dennoch gibt es auch Beiträge aus anderen Kontinenten: Marc Janssens von der Uni Bonn dürfte einer von sehr wenigen von Europa aus agierenden Forschern sein, die sich mit Yerba Mate beschäftigen. Er hält einen Vortrag darüber, wie man Anhand der Auswahl des geernteten Blattmaterials nach morphologischen Unterschieden gezielt erwünschte Geschmackseigenschaften erzielt.

Insgesamt werden über 100 bisher unveröffentlichte Arbeiten vorgestellt, was auf zahlreiche Veröffentlichungen mit neuen Erkenntnissen in der nahen Zukunft hoffen lässt.

weiterführende Links: Webseite des Congreso sudamericano de la yerba mate

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