mate-blog.de Yerba Mate in Öffentlichkeit und Wissenschaft

14Okt/120

Ernteausfälle in Missiones

Es gibt leider keine Aussicht auf Besserung der Marktsituation in Argentinien. Als im April dieses Jahres die Yerba Mate Regale in Argentinien leer blieben und die Preise drastisch erhöht wurden, hatten viele noch Hoffnung es handle sich dabei nur um politisch bedingte, temporäre Preiserhöhungen.

Davon, dass es dabei hauptsächlich um politisches Taktieren geht, sind nach wie vor die meisten Argentinier überzeugt. Nun zeichnet sich auch ab, dass die Verbraucherpreise für die Yerba tatsächlich dauerhaft auf dem hohen Niveau bleiben oder gar noch erhöht werden:

Claudio Anselmo, Geschäftsführer des Branchenführers Las Marias (Taragüi, Union, La Merced) berichtet für dieses Jahr bis zu 40% weniger Ernteerträge in Missiones. Es sei die schlimmste Dürreperiode seit 60 Jahren. Starker Frost im Juni hat den Matesträuchen zusätzlich zugesetzt und führte zu zusätzlichen Ernteausfällen und Qualitätseinbußen. Aufgrund der Lagerungsphase, dem "estacionamento", der sich die Yerba unterziehen muss, bevor sie abgefüllt wird und in den Handel gelangt, werden sich die Ernteausfälle aber erst in 2013 auswirken.

Die Verknappung der Yerba wird teilweise wohl auch durch den Bürgerkrieg in Syrien abgefangen: Rund 10% der argentinischen Produktion wird exportiert. Der Großteil davon geht nach Syrien, wo heute noch viele Familien von heimgekehrten Auswanderern nach Südamerika Mate trinken. Der Export nach Syrien wird wegen des Krieges voraussichtlich zusammenbrechen und steht dann für den heimischen Markt zu Verfügung.

Bereits im September hatte das staatliche Yerba Mate Institut (INYM) den Preis für  getrocknete Mateblätter von 1,70 auf 2,10 pesos pro Kilo festgesetzt. Zusammen mit der drastischen Preiserhöhung im April bedeutet das eine Preissteigerung des Rohmaterials von 130% in weniger als einem Jahr.

Keine guten Aussichten also. Aber immerhin eine kleine Entwarnung für die Matefans in Europa: die Preise, die wir hier für importierte Yerba bezahlen beinhaltet neben dem reinen Warenwert noch Transportkosten und Einfuhrzölle als große Posten. Zwar haben die europäischen Shops ihre Preise nach April ebenfalls nach oben angepasst, aber von Preiserhöhungen um die 100%, wie es in Argentinien geschah, werden wir daher verschont. Außerdem ist Yerba aus Paraguay und Uruguay weniger von den Preiserhöhungen betroffen. Erfahrene Matetrinker dürften z.B. mit dem starken Pajarito aus Paraguay zufrieden sein, Einsteiger können zu milderen Yerbas aus Uruguay (z.B. Canarias, angebaut in Brasilien) greifen. Beide sind noch zu den alten Preisen zu bekommen.

Quelle: Clarín vom 14.10.2012, http://www.clarin.com/politica/sequia-podria-faltar-proximos-meses_0_791920885.html

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