mate-blog.de Yerba Mate in Öffentlichkeit und Wissenschaft

4Apr/120

Drastische Preiserhöhungen und leere Supermarktregale in Argentinien

Was hierzulande die hohen Spritpreise, sind in  Argentinien im Moment die dramatisch gestiegenen Preise für Yerba Mate. Keine Zeitung die nicht über die Problematik berichtet und die sozialen Netzwerke sind voller Beschwerden und Witze über die Situation.  Auf twitter werden alle 5 Minuten rund 10 Beiträge mit dem Hashtag #yerba no hay veröffentlicht.

Aber was ist eigentlich los?

Für April genehmigte das argentinische Landwirtschaftsministerium beträchtliche Preiserhöhungen  für getrocknete Yerba Mate Blätter und die yerba canchanda (gereifte Blätter). Damit reagierte es auf schon lange bestehende Forderungen der Plantagenbesitzer. Sie konnten zu den alten Preisen kaum wirtschaftlich arbeiten und geben diese Probleme an ihre Arbeiter weiter, die unter entsprechend schlechten Bedingungen in den Feldern die Mateblätter pflücken.

Der Preis für getrocknete Blätter erhöhte sich somit um  rund 90% auf 1,70 ARS pro Kilo, die yerba canchada wurde sogar um fast 110% teurer und kostet jetzt 6,90 ARS pro Kilo. Preise zu denen man vor 3-4 Jahren noch das fertige Endprodukt im Laden kaufen konnte. Jetzt sind es aber die Mühlenbetreiber, die diesen Preis für ihr Rohmaterial bezahlen müssen. Das sind die Firmen die man als Endverbraucher vornehmlich wahrnimmt, da sie die Yerba nach dem Mahlen abpacken und in den Handel bringen (z.B. Las Marías, Hreñuk, Molinos Río de la Plata). Sie haben darauf natürlich angekündigt, ihre Preise ebenfalls anheben zu müssen.

Die Folge war, dass die Nachfrage nach Yerba Mate in den Supermärkten zum Monatswechsel kurzfristig schlagartig nach oben ging, da die Argentinier sich die Yerba zu den alten Preisen bunkern wollten. Dies führte zu enormen Preisanstiegen in den Marktregalen und dazu, dass manche Märkte die Abgabe auf 1 Kilogramm pro Haushalt beschränken mussten.

Ricardo Maciel, Vertreter der Provinz Misiones im Instituto Nacional de la Yerba Mate (INYM), sieht das Hauptproblem in Marktspekulationen die im Moment die Preise durcheinander bringen. Die Teuerung der Yerba im Handel um bis zu 100% sei nicht mit den Preisanstiegen des Rohmaterials rechtzufertigen. Denn zum einen vergeht viel Zeit bis die getrocknete Yerba Mate die von den Mühlen gekauft wurde in den Handel kommt, die Pakete die jetzt in den Regalen stehen sind allesamt letztes Jahr geerntet und verarbeitet worden. Die Auswirkungen der Änderungen zum April würden sich erst in sieben bis acht Monaten auf die Betriebe am Ende der Produktionskette auswirken. Zum anderen stehen die Preiserhöhungen in keinem Verhältnis der wirklichen Mehrausgaben der Mühlenbetreiber. Maciel rechnet vor, dass die hiesigen Preise eine Profitzunahme von 300% für die abfüllenden Betriebe bedeuten.

An den leeren Regalen im Supermarkt ändert das nichts - sie bleiben derzeit leergekauft oder die Yerba Mate wird in manchen Supermärkten gar für ein vielfaches des eigentlichen Wertes verkauft.
Und so bekommt auch der bekannte Spruch "Tamamos Mate? Yerba no hay", die argentinische Version des "kurz noch auf einen Kaffee mit nach oben kommens", eine ganz neue Bedeutung ;)

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